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Biografisches zu Günter Max Behrendt

Geboren am 3. Juni 1958 als drittes Kind einer Lehrerfamilie, wuchs ich im Ruhrgebiet auf, genauer gesagt in Oberhausen/Rhld. Mein dringlichster Berufwunsch war, nicht Lehrer zu werden. Dem blieb ich auch treu, als ich 1978 nach Hannover ging, um dort ein Elektrotechnik-Studium anzufangen. Allerdings beeendete ich dieses Studium bereits nach der ersten Woche und machte erst nach dem Zivildienst einen neuen Anlauf, diesmal mit einem Magisterstudium Soziologie und Wissenschaft von der Politik, wie es damals noch an der TU Hannover schön umständlich hieß.

1987 schloß ich mit einer Magisterarbeit über die „Entstehung des Nationalismus in der kurdischen Gesellschaft“ ab. Bei den Themen „Nationalismus/Ethnizität“ und „Kurdistan/Türkei“ bin ich geblieben und promovierte 1993 am Institut für Politische Wissenschaft über „Aspekte des sozialen Wandels in der kurdischen Gesellschaft bis 1925“, veröffentlicht als „Nationalismus in Kurdistan“. 1987 lernte ich übrigens auch jene Frau kennen, deren beiden – heute längst erwachsenen – Kinder ich aufgrund einer langjährigen Lebensgemeinschaft als meine eigenen betrachte.

Seit 1991 war ich als Lehrbeauftragter am Institut für Politische Wissenschaft tätig und habe vor allem Seminare auf dem Gebiet der Nationalismus-, Ethnizitäts- und Migrationsforschung gehalten, das schloß Seminare zum gesellschaftlichen Umbruch in den Ländern des ehemaligen Ostblocks, zur Minderheitenproblematik in der Türkei, zum Nationalbewußtsein in Deutschland und zu Folgeproblemen der neueren Arbeitsmigration ein. In den folgenden Semestern kamen der Islam in der europäischen Diaspora und der Fundamentalismus-Diskurs als neue Themen hinzu.

1995 bis 1996 war ich wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts im Rahmen eines empirischen Forschungsprojekts, das sich mit der Herausbildung ethnischer communities bei türkischstämmigen MigrantInnen in Hannover beschäftigt. Leider gelang es (wie es eben so oft passiert) nicht, das Projekt innerhalb des Finanzierungszeitraums abzuschließen. Der Abschlußbericht wurde erst im März 1999 fertig. Man nennt das Selbstausbeutung!

Schon vorher, nämlich im Sommer 1998, traf ich die Entscheidung, daß ich einen neuen Beruf brauchte, da die Wissenschaft mich einfach nicht ernähren wollte. Deshalb gab ich meine Lehraufträge auf und begann eine berufliche Weiterqualifizierung zum Redakteur bei der Schulungsfirma Procon Medienausbildung GmbH. (Schönen Dank an das Arbeitsamt für die großzügige Finanzierung dieser Ausbildung! Das meine ich ganz ernst – in welchem anderen Land würde man sonst noch solch eine Chance bekommen?) Im Zuge der Ausbildung war ich u. a. auch zwei Monate in der Zeit-Redaktion in Hamburg im Internet-Ressort. Das Ergebnis meiner Arbeit dort konnte man lange Zeit unter der Adresse www.jahr2000.zeit.de bewundern. Diese Sonderseiten zum Millennium wurden leider vor einiger Zeit aus dem Netz genommen.

Bevor ich jedoch endgültig zum Journalismus umschwenken konnte, kam ein noch verlockenderes Angebot: Die Antidiskriminierungsstelle im Referat für interkulturelle Angelegenheiten der Stadt Hannover. Dort bin ich seit 1999 beschäftigt. Ende 2001 wurde ich Opa, indem meine (soziale) Tochter Mutter wurde. Der Kleine kann schon längst laufen und quatscht auch gern und viel.

Anfang 2003 endete nach über 15 Jahren die bis dahin geführte Lebensgemeinschaft. Seither hat sich in meinem Leben viel verändert und das ist wohl nicht das Schlechteste, was man über sich selbst sagen kann in einer Lebensphase, in der man sich allmählich zu fragen beginnt, wie alt man wohl noch werden muss, bis man im Geschäft nicht mehr als „junger Mann“ angeredet wird...


Letzte Aktualisierung: 2004-11-15
Für Kommentare, Anregungen und Anfragen: eMail an Günter Max Behrendt

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